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4.1.3  Formales implizites Wollen

In Korrespondenz zu den formalen impliziten inneren Akzeptationsprädikaten verwenden wir auch Prädikate für das formale implizite innere Wollen. Diese Wollensprädikate beruhen auf expliziten innerem Wollen und hängen vom Verständnis des einzelnen Subjektes nicht ab.

Definition: (propositional formales implizites inneres Wollen)

Pp(X, M, [t1, t2]) =df $N P(X, N, [t1, t2]), wobei ⊢ M º N

Definition: (konklusiv formales implizites inneres Wollen)

Ps(X, M, [t1, t2]) =df $N1 ... $Nn (P(X, N1, [t1, t2]) Ù ... Ù P(X, Nn, [t1, t2])), wobei N1, ..., Nn ⊢ M

Aus dem Zeitpostulat für das explizite innere Wollen ergibt sich:

Folgerung: ⊢ Pp(X, M, (t1, t2]) Ù t1 £ t3 £ t4 £ t2 É Pp(X, M, [t3, t4])

Folgerung: ⊢ Ps(X, M, (t1, t2]) Ù t1 £ t3 £ t4 £ t2 É Ps(X, M, [t3, t4])

Satz: ⊢ Ps(X, M, [t1, t2]) É Pp(X, M, [t1, t2])

Weiter gelten einige Sätze:

Satz: Wenn ⊢ M º N, so ⊢ Pp(X, M, [t1, t2]) º Pp(X, N, [t1, t2])

Satz: Wenn ⊢ M É N, so ⊢ Ps(X, M, [t1, t2]) É Ps(X, N, [t1, t2])

Dieser Satz entspricht viel mehr als das in der Literatur als Kant-Prinzip bezeichnete Prinzip ⊢ P(X, M, [t1, t2]) Ù G(X, M É N, [t1, t2]) É P(X, N, [t1, t2]) der Äußerung von KANT in der "Grundlegung der Metaphysik der Sitten", wonach gilt: "Wer den Zweck will, will (sofern die Vernunft auf seine Handlungen entscheidenden Einfluß hat) auch das dazu unentbehrlich notwendige Mittel, das in seiner Gewalt ist." [1] Eine Rekonstruktion dieses Prinzips ist es freilich schon deshalb nicht, weil bei uns nicht das Subjekt, sondern die Analysesprache die Last der Vernunft trägt.

Ein analoger Satz für das explizite innere Wollen, das propositional hermeneutische Wollen und das propositional formale Wollen gilt nicht.

Aus dem Satz ergibt sich:

Folgerung: Wenn ⊢ M º N, so ⊢ Ps(X, M, [t1, t2]) º Ps(X, N, [t1, t2])

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[1] KANT, I.: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, B 44-45

 

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